Hausschwamm im Hightech-Vollholzhaus, was tun?

Schimmelpilzentstehung, Schimmelpilzprävention bzw. Entfernung, Schädlinge...
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Hausschwamm im Hightech-Vollholzhaus, was tun?

Beitrag von BHH-Redaktion » Fr 7. Nov 2014, 10:48

Frage aus dem BHH-Kontaktformular:

Seit 2012 wir zur Miete im DG eines Hightech -Vollholzhauses direkt an einem See.
Vor gut einem halben Jahr bemerkten wir, dass sich die Schiene der
Hebeschiebetür zu unserer Terrasse aufgewölbt hat.

Die Spänglerverkleidung wurde abgenommen und hier bröselte schon der Mittelpfosten
rund um einen rosafarbenen Fruchtkörper aus der Metallverkleidung. Die Schiene wurde aufgesägt
und entfernt: Stellen mit schwarzem Schleim, aber noch viel schlimmer, ein über ein Meter
breiter weisser Fruchtkörper ertreckte sich über die gesamte Öffnungsbreite der Schiebetür.


Nun wurde auch die HV zur Begutachtung zugezogen. Alle anwesenden standen mit grossen Augen
und schulterzucken da. Der Fruchtkörper wurde lediglich abgeschabt, mit einem Tuch getrocknet und
mit einer neuen schiene wieder abgedichtet. Auf unsere frage, ob hier nicht eine chemische Behandlung
angebracht wäre, wusste man keine Auskunft. Man hätte hier keine Erfahrung. im Frühjahr wolle man noch
einmal hineinschauen.

Auf die frage, ob das Rhizom und die Sporen gesundheitsschädlich wären bekamen wir keine Auskunft.
Auf unser Drängen hin wurde von der HV ein Stück Fruchtkörper mitgenommen um es untersuchen zu
lassen.

Wir haben daraufhin gegoogelt und mit erschrecken festgestellt, dass es sich bei unserer Zucht
möglicherweise um einen Hausschwamm handeln könnte. Der würde dann ja das gesamte Haus zerlegen....
Was tun wir nun jetzt? Die Gewerke klänzen mit Inkompetenz, sollen wir den Schwamm auf Gesundheitsschädlichkeit
untersuchen lassen? Die anderen Eigentümer informieren?

Hausschwamm_Holzhaus_.jpg
Hausschwamm_Holzhaus__.jpg

Nussbaum
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Registriert: Mi 9. Mai 2012, 19:21

Re: Hausschwamm im Hightech-Vollholzhaus, was tun?

Beitrag von Nussbaum » Fr 7. Nov 2014, 10:52

Ob Hausschwamm, Kellerschwamm oder ein Sonstiger holzzerstörender
Pilz, in keinem Fall muss von einer direkten Gesundheitsgefährdung
ausgegangen werden. Die Pilzsporen können allergieauslösend wirken.
Aber es werden keine toxischen Stoffwechselprodukte produziert.

In jedem Fall muss hier eine umfassende Befundung und Evaluierung
vorgenommen werden. Ein Befall muss vollständig und weit über
den sichtbaren Bereich entfernt, die Ursache gefunden werden.
Je nach Pilzart ist mit einer Trockenstarre von bis 7 Jahre zu rechnen.
Und in einer Wand oder Anschlusskonstruktion ist immer wieder einmal
mit Kondenswasser zu rechnen. Der Pilz würde also weiter wachsen.
Bei konstruktiven Bauteilen ist in Folge von statischen Problemen und
Einsturzgefahr zu sprechen!


Bei den Bildern kann ich nichts erkennen, der Hausschwamm benötigt
dauerhaft hohe Feuchten, das ist bei diesem Bauteil nicht unbedingt
zu erwarten. Aber wie geschrieben, egal ob Hausschwamm…

Hier MUSS evaluiert werden, nötigenfalls ist die Baupolizei zu
verständigen, wer weiß woher der Pilz wirklich kommt und wie weit
die Ausbreitung bereits vorliegt.

MFG G. Nussbaum
http://www.bauherrenhilfe.at/

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