Schimmelbildung im Dachstuhl - Folgeschäden?

Schimmelpilzentstehung, Schimmelpilzprävention bzw. Entfernung, Schädlinge...
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BHH-Redaktion
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Schimmelbildung im Dachstuhl - Folgeschäden?

Beitrag von BHH-Redaktion » Mo 24. Feb 2014, 09:57

Frage aus dem BHH-Kontaktformular:

Bei unserem Niedrigenergiehaus (BJ. 2009) bildet sich in der Ecke Dachuntersichtsschalung/Anschluss WDVS Kondensat in der kalten Jahreszeit, was auch zu Schimmelbildung führt. Man sieht im Winter Wassertropfen auf der Untersicht mit freiem Auge fast rund um das ganze Gebäude.
Grund kann meiner Meinung nach nur ausströmende warme Luft sein, die dann das Kondensat an der Außenseite bildet. Die große Frage ist: Woher kommt diese warme Luft?
Ein BD- Test wurde durchgeführt (Ergebnis Luftwechselzahl bei 50Pa ca. 0,6). Auch wurden die Zimmern im Obergschoss vernebelt, wo das Problem außenseitig am stärksten auftritt – Ergebnis: kein Austritt von Nebel an den Problemstelln.
Was nicht durchgeführt wurde, ist die Vernebelung des gesamten Gebäudes und eine Innenthermografie.

Daten zum Bau:
- WNFL: 126m² + 65m² Keller
- Mauerwerk: Planziegel geklebt, ohne dichtschließende Lagerfugen (!) und leider ohne Mörtelverschluss auf der obersten Ziegelreihe (möglicherweise ist das mit ein Grund für das Problem!?)
- WDVS: diffusionsoffenes WDVS (gelochte Platten und komplettes System von Baumit – open Reflect)  Platten wurden mit Randwulst Punkt Methode verklebt.
- Pultdach (Kaltdach) 3° Neigung mit Zwischen- und Aufsparrendämmung und Dampfsperre mit luftdichtem Anschluss an Innen- und Außenwänden (im Obergeschoss ist keine Betondecke eingezogen).

Die innere luftdichte Ebene sollte soweit in Ordnung sein: Putz bis Rohfußboden, Türdurchgänge verputzt, Installationen penibel genau abgedichtet, Dampfsperre rundum sauber eingeputzt.

Was schlecht ausgeführt ist:
- Zwischenwände ragen durch Dampfsperre raus (Dampfsperre rundum angeklebt)
- Letzte Ziegelreihe oben hat keinen durchgehenden Mörtelverschluss
- Ein Dichtband zwischen WDVS und Untersichtschalung ist nicht eingebaut worden (Riss bzw. Spalt erkennbar)
- Ich denke, auch die äußeren Anschlüsse sind nicht zu 100% winddicht (Rolladenkästen, Anschluss Gargagendach an WDVS, usw.)

Kann es sein, dass Luft bei einem äußeren Anschluss eintritt, durch den Ziegel hochsteigt, sich erwärmt und Feuchtigkeit aufnimmt und beim oberen Austritt wieder kondensiert - oder ist das zu weit her geholt?
Würde eine entsprechende Abdichtung zwischen der letzten Platte möglicherweise das Problem lösen oder nur verlagern?
Findet diese feuchte Luft nach dem Abdichten möglicherweise einen anderen Weg, wo sie (vielleicht nicht sichtbar) kondensiert?
Da ich am Ende meiner Ideen für die Ursache, geschweige denn eine mögliche Lösung bin, hoffe ich, dass Sie mich dahingehend etwas unterstützen können. Danke
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Nussbaum
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Re: Schimmelbildung im Dachstuhl - Folgeschäden?

Beitrag von Nussbaum » Mo 24. Feb 2014, 09:59

Ich denke Sie haben die Problematik schon ganz gut beschrieben,
seltsam dass nicht das gesamte Gebäude vernebelt wurde.

Wo finden die 0,6 Luftwechsel statt, müsste im Protokoll stehen.
Mailen Sie mir das mal. Bei angenommenen 400m3 Raumluftvolumen sind
das immerhin noch 240m3, das ist schon eine u.U. bauschädliche
Menge. Zwischenwände in die Dampfbremse eingebunden:
Dann müssen die E- und sonstige Installationen auch luftdicht
ausgeführt worden sein. Das gilt es u.A. zu prüfen.

Hier ist jedenfalls eine hohe Dringlichkeit gegeben.
Pilzschäden am Dachstuhl sind hier schon sehr wahrscheinlich.

MFG G. Nussbaum
http://www.bauherrenhilfe.at/

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