Energieausweis bindend?

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reini1973
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Energieausweis bindend?

Beitrag von reini1973 » Fr 15. Jan 2016, 13:01

Hallo!

Ich bewohne seit 09/2014 ein Passivhaus im Sonnwendviertel zur Miete. Lt. Energieausweis soll der HWB bei 11,78 kWh/m2a liegen. Nach der ersten Jahresabrechnung der Fernwärme liegt der reale Verbrauch der gesamten Wirtschaftlichen Einheit bei 349.047 MWh für 11.536,92m², was 32,96 kWh/m2a entspricht und damit etwas das 2,8-fache vom HWB lt. Energieausweis beträgt.

Die Ursache liegt meines Erachtens darin, dass in einigen Wohnungen die Balkontüren undicht sind und die Eingangstüren ebenfalls nicht ordentlich abschliessen. Außerdem scheint die Kontrollierte Wohnraumbelüftung nicht immer ausreichend warm zu sein.

Die Hausverwaltung hat auf meine Anfrage zurückgeschrieben, dass der Energieausweis sich lediglich auf das Gebäude selbst bezieht und das Bewohnerverhalten diesen natürlich beeinflusst.
Die Hausgemeinschaft hat überwiegend das Problem, dass die Wohnräume nicht ausreichend warm werden und 20-22° nicht immer erreicht werden können. Speziell im Erdgeschoss ist eine entsprechende Raumtemperatur nicht zu erreichen. Bei hohen Minusgraden ist es tatsächlich, trotz vollem Heizen unangenehm kalt.

Ich habe jetzt im Energieausweis-Vorlage-Gesetz im §6 folgendes nachgelesen: "...so gelten die angegebene Energiekennzahl für Gebäude unter Berücksichtigung der bei der Ermittlung unvermeidlichen Bandbreiten als bedungene Eigenschaft im Sinn des § 922 Abs. 1 ABGB..."

Es ist klar, dass der Vermieter hier keinen Gewährleistungsanspruch sieht. Lt. dem Gesetzt sollte aber, für mein Rechtsverständnis, einer bestehen. Es kann ja nicht sein, dass im Energieausweis jede beliebige Zahl angesetzt werden kann und sich trotz der Definition als "bedungene Eigenschaft" jeder aus der Verantwortung nehmen kann!

Fragen daher:
- Gibt es Erfahrung, ob man mit der Durchsetzung der Forderung auf, für die Erreichung des im Energieausweis angegebene HWB, Massnahmen Erfolg hat?
- Gibt es Vorgaben, wie groß eine "unvermeidliche Bandbreite" ist, bzw. wie weit der tatsächliche vom theoretischen Heizwärmebedarf abweichen kann?
- Kann man Erfahrungswerte nennen, wie viel HWB man benötigt um mehr als 20° zu erreichen? (z.B. 5% pro zusätzlichem Grad...)
- Im Energieausweis ist eine Außentemperatur von -11,4° angegeben, die in Wien seit dem Bezug nie erreicht wurde. Ist das nicht auch relevant?
- Wie viel kann der HWB im ersten Jahr höher sein, als in den Folgejahren?
- Gibt es Methoden um die tatsächliche Raumtemperatur und andere, den HWB beeinflussende Faktoren mitzuschreiben um das Argument zu entkräften, dass die Bewohner durch ihr Verhalten den höheren Bedarf verursachen?
- Kann ein Sachverständiger hier etwas tun, bzw. macht es Sinn einen Sachverständigen hinzuzuziehen?

Herzlichen Dank!

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