Kondensatproblem

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BHH-Redaktion
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Kondensatproblem

Beitrag von BHH-Redaktion » Do 24. Okt 2013, 16:10

Frage aus dem BHH-Kontaktformular:

Wir sind Eigentümer einer Doppelhaushälfte, welches 2007 aufgestellt und bezogen wurde. Von Anfang an kam es bei kalten Außentemperaturen zu Kondenswasserbildung an der Fensterinnenseite. Die zweite Haushälfte wurde 2010 aufgestellt und blieb bis jetzt von diesem Problem verschont.
Richtig Lüften ist hier aber sicher NICHT das Thema!
Der einzige mir bekannte Unterschied an beiden Häusern ist der, dass in unserem Haus beim ersten Ausmalen, auf Empfehlung des Malerbetriebes, eine Glasfasermatte an allen Innenwänden aufgebracht wurde um eine sichtbare Rissbildung an den Wänden zu vermeiden.
Kann das die Ursache für die „nassen“ Fenster sein? Und wenn ja, gibt es eine Möglichkeit das Problem zu beseitigen?
Wenn das nicht die Ursache sein kann, können sie uns helfen die Ursache zu finden und Maßnahmen definieren?

Nussbaum
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Re: Kondensatproblem

Beitrag von Nussbaum » Do 24. Okt 2013, 16:15

Wenn beide Einheiten baugleich sind sind darüber hinaus 2 einflussnehmende Ungleichheiten feststellbar: 1) Die Innenoberflächen. Wobei es nicht relevant ist ob eine Spachtelung bewehrt und die andere nicht ist. Relevant wäre nur wie "sorptiv", d.h. wasseraufnahmefähig die beiden Oberflächen sind. Wenn in einer Wohnung mit Gips oder Kalk gearbeitet, und in der anderen an der Oberfläche eine Disperionsfarbe verarbeitet wurde.Dann liegt ein unterschiedliches Saugverhalten und damit unterschiedliche Feuchtepuffer vor. Bei einer Kalkspachtelung mit oben Dispersionsfarbe sind alle positiven Eigenschaften behindert. 2)Der allenfalls ausschlaggebende Unterschied ist fast immer bei den Bewohnern zu suchen.
Eine Partei, gehen wir von Pensionisten aus, geht auswärts essen, hat keine Kinder, ist eher "frischluftorientiert", heizt viel und oft. Die Energiekosten spielen im Haushaltsbudget keine Rolle. Die andere Partie hat 3 Kinder, kocht viel zu Hause, heizt und lüftet schon aus Kostengründen wenig. Hier wird viel Feuchtigkeit produziert, die Scheiben bleiben kalt, die Luftfeuchtigkeit hoch. Dieses Beispiel soll nur veranschaulichen dass in der Regel der Bewohner der Faktor Nr.1 für Kondensatschäden in Innenräumen ist. Danach folgen Baumängel aller Art.
Prüfen Sie das zuerst, stellen Sie einen Hygrometer auf und heizen Sie bei Temperaturen unter 5°C zumindest durchgehend und auf kleiner Stufe. Wobei die relative Luftfeuchtigkeit vom Aussenklima abhängt. Bei 0°C sollte diese Raumseitig 55% nicht dauerhaft überschreiten. Die Raumtemperatur sollte zwischen 19 und 22°C liegen.
Unsere Ratschläge sind unverbindlich zu bewerten, schon deswegen weil wir den genauen Sachverhalt vor Ort nicht prüfen konnten.
MFG Günther Nussbaum http://www.bauherrenhilfe.at/

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