Verwindung Fensterrahmen

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Gerd
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Verwindung Fensterrahmen

Beitrag von Gerd » Sa 9. Jul 2016, 20:47

Sg. Herr Nussbaum, wertes Forum,
wir haben den Hausbau halbwegs überstanden, kommen aber bei folgendem Problem nicht weiter. Wir haben Kunststoff-Alu-Fenster eines namhaften Herstellers (zumindest was die Präsenz in der Werbung anbelangt) über einen Fachbetrieb bezogen und von diesem auch montieren lassen. Das Mauerwerk ist ein 50cm-Planziegel und wurde nach unten mit einem aufgeschäumten TFS-Element verschlossen, so weit alles gut.
08122015325.jpg
Fenster vor dem Innenputz
Nach dem Aufbringen des Innenputzes begann dieser jeweils im unteren Eck am Übergang der Leibung zum Rahmen abzubröckeln (bei fast allen Fenstern in etwa das selbe Bild). Das Ansetzen einer Messuhr zeigte eine Bewegung (Verwindung) des Rahmens im Zuge der Bewegung des Fensterflügels von 0,2-0,4mm.
08122015324.jpg
Messung der Rahmenbewegung
Es ist offenbar so, dass das Festlager des Fensterflügels, das durch Reibung entstehende Moment in den Rahmen einleitet und diesen verwindet, bekanntlich sind Hohlprofile ja nicht besonders widerstandsfähig gegen Verdrehung. Der Hersteller sagt nun, wenn der Lieferant nicht daneben steht, dass das nicht sein darf. Wenn der Lieferant daneben steht, ist die Bewegung zulässig, er kann aber keine Grenzwerte nennen. Der Architekt als Bauaufsicht hält sich vornehm zurück und sagt nichts. Hausmeisterlich würde ich sagen, alles was sich bewegt, verschafft sich mit der Zeit mehr Bewegungsraum und irgendwann bläst der Wind durch den Spalt. Meine Fragen wären nun:
- ist eine Bewegung des montierten Rahmens durch Eigenlasten des Fensters zulässig?
- falls nein, gibt es ein anerkanntes Regelwerk wo dies nachzulesen ist?
- falls ja, wo findet man Grenzwerte für zulässige Bewegungen des Rahmens unter Eigenlasten?

Vielen Dank und liebe Grüße
Gerd

BHH-Redaktion
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Re: Verwindung Fensterrahmen

Beitrag von BHH-Redaktion » Di 6. Sep 2016, 07:33

Hallo Gerd,

gerne hole ich zur Frage eine Antwort via Sachverständigen ein.

Generell empfehlen wir zum Neubau einen unbahängigen Sachverständigen zur Baubegleitung ins Boot zu holen,
er steht jederzeit für Qualitätsprüfungen bzw. Fachfragen zur Verfügung.
Sofern Interesse besteht informiere ich gerne näher, dazu ersuche ich um ein Mail an verein@bauherrenhilfe.org,
inkl. Angabe der PLZ zum Projekt und kurzen Hinweis zu Ihrem Usernamen im Forum.

LG
Team BHH.org

Nussbaum
Beiträge: 237
Registriert: Mi 9. Mai 2012, 19:21

Re: Verwindung Fensterrahmen

Beitrag von Nussbaum » Di 6. Sep 2016, 15:53

Hallo Gerd,

betreffend einer allfälligen Strömungsundichtheit im Bereich der Bauanschlussfuge gibt es Grenzwerte bei einer Differenzdruckmessung.
Das sollte aber nicht das Problem sein, die Verklebungen nehmen geringfügige Bewegungen schadfrei auf. Problematischer ist da schon der Anschlussputz, der wird bei starken Bewegungen reißen. Und danach könnte man sich auch richten, reißt der Putz raumseitig?
Dann ist die Bewegung zu stark. Oder man beurteilt nach der Montageart, wurde richtig montiert? Die Dübel müssen eingeklebt sein, bei Schlagdübelung ist der Halt im Planziegel gering, Kammern können ausbrechen. Eine Bewertung kann demnach a) nach der Gebrauchstauglichkeit (Putzrisse) und b) der korrekten Montage erfolgen.
Baupraktisch empfiehlt sich aber immer eine Vor-Ort-Besichtigung.

MFG Günther Nussbaum

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