Fenster Dichtheit

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schuecki
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Fenster Dichtheit

Beitrag von schuecki » So 26. Nov 2017, 10:37

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir sind im Sommer in eine neue Genossenschaftswohnung (Miete mit Kaufoption) eingezogen in Graz.

Nachdem der gesamte Wohnbau eigentlich relativ schlampig ausgeführt worden ist und ich die Wohnung bereits mit einem Wasserschaden in der Decke übernommen habe bin ich mittlerweile sehr skeptisch. Die aktuelle Mängelliste wäre doch etwas länger.

Bzgl. Fenster und Balkontüren war ich von Anfang an sehr beunruhigt nachdem ich den Einbau und die Abschlüsse der Fensterbänke und zum Mauerwerk gesehen habe. Bei den Fenstern handelt es sich um 3-fach verglaste Holzfenster einer steirischen Firma. Es wurden außer im Schlafzimmer überall flächenbündige Fenster verbaut und die 3 Balkontüren in der Wohnung sind unten fast sockelfrei.

Was mich nun interessiert, ist ob man an Hand der Fotos schon irgendwelche Baumängel und Ausführungsfehler feststellen kann ?
IMG_0034 (2).jpg
IMG_0034 (1).jpg
Des Weiteren ist mir nun vor kurzem aufgefallen, dass die Balkontüren auf der Anschlagseite ganz oben und ganz unten nicht 100% dicht sind.
Was das ganze noch verstärkt ist die Lüftung in der Toilette und im Badezimmer, wenn diese Laufen habe ich bei einer Balkontüre sogar eine Geräuschentwicklung (Luftstrom) durch welchen ich das ganze entdeckt habe. Es entsteht also durch die Lüftung ein Unterdruck der nirgends
ausgeglichen wird und dann wird verstärkt durch die nicht ganz dichten Balkontüren dieser Unterdruck ausgeglichen, d.h. kalte Luft wird angesaugt.
Sollte nun bei den Fenstern die Temperatur unter den Taupunkt fallen besteht meiner Meinung nach bei allen 3 Balkontüren Schimmelgefahr.
IMG_0034 (3).jpg
Da ich mich mit der Materie leider nicht auskenne weiß ich jetzt nicht, ob die Fenster zu wenig dicht sind oder die Wohnung falsch geplant wurde, weil kein Druckausgleich für die Lüftung vorgehalten wurde ?

Danke für die Unterstützung und eventuelle Rückmeldungen und Ratschläge.

mfg Christoph

AndreasTeich
Beiträge: 11
Registriert: Mo 27. Nov 2017, 12:03

Re: Fenster Dichtheit

Beitrag von AndreasTeich » Mi 31. Jan 2018, 23:48

Auch wenn die Frage etwas zurückliegt:
Die Fensterbank bzw der seitliche Abschluß ist für nachträglichen Einbau vorgesehen.
Dh es muß genau gemessen und die obere Fuge muß dauerhaft abgedichtet werden-
ich würde Polysulfid oä verwenden statt Silikon.
Eine zweite Entwässerungsebene darunter ist auf jeden Fall empfehlenswert,
insbesondere bei Holzkonstruktionen oder WDV-Systemen.

Besonders bei Holzfenstern darf kein Wasserstau und verzögerte Abtrocknung möglich sein.
Leisten und Profile müssen entweder genug Luft zur Abdichtungsebene aufweisen oder müssen abgedichtet werden.

Kalte Luft erzeugt keinen Schimmel, da diese zur Veringerung der Luftfeuchtigkeit im Gebäude beiträgt.

Zur Taupunktunterschreitung mit Kondensatentstehung und in der Folge Schimmelgefahr führt es dagegen,
wenn warme Luft auf kühle Flächen trifft, wie es bei sommerlicher Lüftung von Kellern stattfinden kann.

Allerdings sollte das Eindringen kalter Außenluft zur Energieeinsparung auf das notwendige Minimum beschränkt bleiben.
Sinnvoller sind LüftungsAnlagen mit Wärmerückgewinnung, die es auch als kleine, raumweise einzusetzende Anlagen gibt.

Andreas Teich
Gebäude-Energieberater, Planungsbüro, Bau- und Selbsthilfeberatung, Begutachtungen

BHH-Redaktion
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Re: Fenster Dichtheit

Beitrag von BHH-Redaktion » Mi 11. Apr 2018, 15:05

Der Fensterbankeinbau mit dem seitlichen Dichtband wäre ok wenn unter der Fensterbank eine Dichtspachtelung als "Wanne" ausgeführt wurde. Die spenglermäßigen Balkon-zu-Fassade-Anschlüsse sind nicht fachgerecht, auch nicht die angrenzende Sohlbank zur Balkontüre. Hier müsste man sich vor Ort ansehen wie die ausführenden Firmen sich dieses Details ausgedacht haben. Hier wird man gute Argumente brauchen um das nicht sanieren zu müssen. (Beispielsweise ein Vordach, oder dahinterliegende Abdichtungen) Dass Einraumlüftungen Unterdruck erzeugen ist normal, auch dass dieser Unterdruck bei Leckagen, in dem Fall durch zulässigerweise nicht 100% dichte Fenster, ausgeglichen werden, auch. Beim letzten Bild, der Türschwelle, müsste man prüfen ob hier das untere Schwellenprofil auch nach außen entwässert. Am Bild sieht das nicht so aus.

MFG
Günther Nussbaum
http://www.bauherrenhilfe.at/

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