EFH-Aufstockung, Stahlbetondecke auf Holzkonstruktion

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EFH-Aufstockung, Stahlbetondecke auf Holzkonstruktion

Beitrag von BHH-Redaktion » Do 17. Jan 2019, 12:03

Frage aus dem BHH-Kontaktformular:

Wir würden gerne einen Bungalow an o. g. Adresse aufstocken, welcher in etwa 35-40 Jahre alt ist und über einen Keller sowie begehbaren Dachboden verfügt. Die Bodenbeschaffenheit in unserem Bereich ist sehr schottrig/steinig.

Zuerst war geplant, die Aufstockung in einer massiven Bauweise (Stahlbetondecke 25 cm Stärke soll über das bestehende Mauerwerk im Norden und Osten hinausragen, Ziegelwände) durchzuführen. Diese wurde jedoch von einem Statiker angezweifelt, da seiner Meinung nach die Auflast für das bestehende Streifenfundament zu viel wäre.

Daraufhin wurde die Planung abgeändert: Auf eine Stahlbetondecke (25 cm Stärke) soll nun eine Holzriegelkonstruktion gesetzt werden - diese Kombination wäre laut Statiker realistisch und umsetzbar.
Um jedoch auf Nummer sicher zu gehen, sollte im Keller die Kellerplatte (ca. 10-15 cm Stärke, liegt auf dem Streifenfundament auf) an zwei Stellen aufgeschnitten werden, um Einblicke zum Streifenfundament zu bekommen und dessen tatsächliche Dimensionen zu sehen.

Zu oben angeführtem Sachverhalt stellen sich nun zwei Fragen:
1) Wir haben die Befürchtung, dass wenn die Kellerplatte an zwei Positionen aufgeschnitten wird, künftig an diesen "geflickten Stellen" Feuchtigkeit leichter in den Keller gelangen kann. Bis dato haben wir mit keiner nennenswerten Feuchtigkeit im Keller zu kämpfen gehabt.
Sind unsere Befürchtungen berechtigt?
2) Angenommen wir gehen nicht auf Nummer sicher, sprich wir vertrauen auf das Streifenfundament ohne es weiter zu prüfen, was sind Ihrer Meinung nach die Risiken/möglichen Folgen, sollte es zu einer Setzung des gesamten Baukörpers in größerem Ausmaße kommen?

Nussbaum
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Re: EFH-Aufstockung, Stahlbetondecke auf Holzkonstruktion

Beitrag von Nussbaum » Do 17. Jan 2019, 12:05

Da stellt sich die Frage, wie der Statiker diese Meinung abgeben konnte, ohne zu wissen wie
das Streifenfundament dimensioniert ist (Tiefe, Bewehrung…)???

Und ja klar gehört das Fundament geprüft, im Andersfall wäre es fahrlässig aufzustocken.
Und nein, kein Problem mit Feuchtigkeit, das wird ja wieder geschlossen.
Graben Sie das Fundament an 2 gegenüberliegenden Stellen bis zum Fundamentende auf,
da muss dann der Boden und die Fundamentausführung beurteilt werden.
An einer Stelle wäre allenfalls auch gut das Fundament aufzustemmen, um zu prüfen
ob das Fundament bewehrt wurde, oder nicht…

Erst dann sollte eine statische und geotechnische Beurteilung erfolgen.

MFG Günther Nussbaum
http://www.bauherrenhilfe.at/

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