Sanierungstipps - Gebäude über 100 Jahre alt

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BHH-Redaktion
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Sanierungstipps - Gebäude über 100 Jahre alt

Beitrag von BHH-Redaktion » Mi 23. Dez 2015, 10:10

Frage aus dem BHH-Kontaktformular:

Ich bin derzeit beim Sanieren eines alten Hauses mit Mauern aus verschiedenen Materialien.
Wie aus den Bilder ersichtlich handelt es sich aus Mauern mit Stein-Ziegel.

Baujahr 1871

Wärmedämmung-Putz-Isolierung-Bodenaufbau-Feuchteschutz.
Würde mich über Tipps freuen.

Nussbaum
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Re: Sanierungstipps - Gebäude über 100 Jahre alt

Beitrag von Nussbaum » Mi 23. Dez 2015, 10:15

Eine wunderbare Aufgabe! Ein altes Haus zu erhalten ist aber eine anspruchsvolle Aufgabe, im Detail kann man dazu nur nach einer Ortsbegehung, Feuchtemessungen und Informationen zu allfälligem Schadsalzgehalt in Mauern Auskunft geben. Wichtig ist: Die Wände sind jedenfalls leicht feucht. Immer mineralische Baustoffe verwenden, kein Gips, keine Dispersionsfarben, keine feuchteempfindlichen Baustoffe. Gut beheizen und belüften. Leider sind unsere Bau- und Sanierungsfirmen eher auf den Neubau spezialisiert, d.h. Firmen für den feuchten Altbestand muss man finden. Zu schnell stößt man hier auf Firmen wie Aquapol und dergleichen, Hände weg von Zauberkugeln für die Mauerwerkstrocknung!

http://bauherrenhilfe.org/?s=Aquapol

MFG Günther Nussbaum
http://www.bauherrenhilfe.at/

AndreasTeich
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Re: Sanierungstipps - Gebäude über 100 Jahre al

Beitrag von AndreasTeich » Mi 31. Jan 2018, 11:59

Ist die Sanierung mittlerweile schon abgeschlossen?
Gute Beispiele sind immer hilfreich.

Ich habe selber ein über 100-jähriges Gebäude, welches komplett saniert wurde-
weitestgehend ökologische Materialien verwenden, die auch bautechnisch den üblicherweise verwendeten oft überlegen sind:
Wie teils schon geschrieben wurde:
Kein EPS auf die Fassade !
Bei gestalteten, historisch wertvollen Fassaden nur Innendämmung vorsehen,
die auch schnelle Erwärmung ermöglicht und gleichzeitig Möglichkeiten bietet,
Elektro- und Heizungsinstallationen zu erneuern.
Nur sorptive Kalk-, Lehm- oder Kalkzementputze verwenden,
darauf Kalk-, Silikat-, Lehmfarben oder andere ökologische Farben.
Dämmung mit kapillaraktiven, diffusionsoffenen Dämmstoffen wie Zellulose, Holzfaser, Hanf, Mineralschaum oä.
Statt Gipskarton- besser Gipsfaserplatten verwenden oder zB Lehmbauplatten.
Kein Laminat, keine PVC-oder Alu-Fenster !!!
Holzdielenböden sind die erste Wahl, evt Trockenböden wie Creaton-Tonestrichplatten oder andere Trockenestriche.

Generell Trockenbau bevorzugen,
Wo es sinnvoll und möglich ist Wandheizungen verwenden-
ansonsten zB Trockenbau-Fußbodenheizungssysteme, die je nach System auch bei Holzdielen möglich sind.

Besonders Altbausanierungen sollten nicht von den jeweils beauftragten Handwerkern oder Neubau-Planern geplant werden,
da sich Materialien und Arbeitsweisen stark von gängigen Methoden unterscheiden-

ein Altbau soll trotz aller Verbesserungen ein Altbau bleiben und kein steriler Neubau werden.

Andreas Teich
Gebäude-Energieberater, Planungsbüro, Bau- und Selbsthilfeberatung, Begutachtungen

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